NLP - Neuro-Linguistisches-Programmieren

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An dieser Stelle schreibe ich darüber, was NLP aus meiner Sicht ist und was es für mich bedeutet. Ich wende das Modell von NLP seit einigen Jahren an, ich habe an NLP-Seminaren teilgenommen, höre Podcasts zu dem Thema, führe Gespräche mit anderen Menschen, lese Bücher, höre CDs und schaue mir entsprechende Filme an. Bei dem, was ich schreibe, handelt es sich um meine persönliche Sicht auf NLP und meine persönliche Meinung. Meine Beschreibung hat keine Allgemeingültigkeit und stellt keine Anleitung dar.
 
NLP ist ein Kunstwort. NLP steht für Neuro-Linguistisches-Programmieren. Mit Softwareprogrammierung hat das nichts zu tun.
Bei Neuro geht es darum, wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Es geht um unsere Sinneswahrnehmungen und wie sie bewusst oder unbewusst von unserem Gehirn verarbeitet werden.
 
Bei Linguistisch geht es um unsere Sprache, die wir verbal und auch nonverbal einsetzen, um mit uns selbst und mit anderen zu kommunizieren. Wie verarbeitet das Gehirn sprachliche Informationen. Dein Denken entscheidet darüber, wie du dein Leben lebst.
 
Beim Programmieren geht es darum, das NLP dabei unterstützen kann, dass Menschen sich schnell verändern. Menschen können ihr Verhalten ändern. Sie können sich quasi selbst umprogrammieren. Das kann sonst keine andere Spezies. Es geht um Denkmuster und Verhaltensmuster, die wir erkennen und ändern können.
 
Die Grundlagen von NLP wurden in den 70er Jahren von dem Mathematiker Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder geschaffen.
 
Was viele Menschen nicht wissen ist, dass Denken auditiv ist. Wenn ich denke, dann rede ich in meinem Kopf mit mir selbst. Wenn ich denke, z.B. „Mein Name ist Thomas“, dann höre ich in meinem Kopf eine Stimme und dass ist meine Stimme.
 
NLP ist für mich ein Modell von Welt. Ein Modell davon, wie Menschen funktionieren, wie wir Informationen verarbeiten. Das Modell von NLP steht dafür, wie Menschen sich schnell und einfach verändern können. NLP ist keine Therapie. Es geht darum Menschen auf dem Weg zu ihrem Erfolg zu unterstützen. Was ist denn Erfolg? Erfolgt heißt für mich, dass jemand sich Ziele setzt und dann diese Ziele erreicht. Bei Erfolg geht es nicht unbedingt um materiellen Erfolg wie Geld, Auto oder Haus.
 
Im Modell von NLP geht es um Kommunikation, Verhaltensmuster und Glaubenssätze. Bei der Kommunikation geht es um die Kommunikation mit mir selbst und mit anderen. Mit NLP kann ich meine Gedanken, Emotionen und Verhaltensmuster in den Griff bekommen. Es geht darum, meine Gedanken unter meine Kontrolle zu bringen. Meine Emotionen und Gefühle kann ich gezielt verändern. Das wichtigste Thema für mich ist, wie fühle ich mich gerade? Welche Gedanken denke ich gerade? Das hat für mich etwas mit persönlicher Freiheit zu tun, wenn ich mich so fühlen kann, wie ich mich in einer bestimmten Situation fühlen möchte. Ich kann z.B. negative Verhaltensweisen ändern und diese durch positive Verhaltensweisen ersetzen. Ich kann mich gut fühlen, wenn ich es möchte und ich kann mich schlecht fühlen, wenn ich es möchte.
 
Neben meinem Verhalten kann ich auch meine Ausdrucksweise ändern.
 
Mit NLP kann ich ruhiger und gelassener werden und meine Lebensqualität verbessern.
 
Mit NLP kann ich andere Menschen besser verstehen, indem ich versuche die Welt aus der Sicht des anderen Menschen zu sehen. So kann ich Konflikte vermeiden oder Konflikte besser und schneller lösen.
 
Mit NLP kann ich mich von meinen Ängsten befreien oder besser mit meinen Ängsten umgehen. Angst ist ein Verhalten. Angst ist etwas, was ich mit einer Information tue. Angst mache ich mir selbst.

Grundannahmen oder Vorannahmen in NLP

Ein zentrales Element von NLP sind die Grundannahmen oder Vorannahmen.
In NLP gibt es eine Reihe von Vorannahmen. Diese bilden die Grundlagen von NLP.
 
Hier sind einige genannt:
 
Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
 
Es gibt eine positive Absicht hinter jedem Verhalten und einen Kontext, in dem jedes Verhalten nützlich ist.
 
Jeder handelt nach seiner besten Option.
 
Die Mittel, die ein Individuum benötigt, um angestrebte Veränderungen zu erreichen, sind bereits im Individuum vorhanden.
 
Es gibt in der Kommunikation keine Fehler oder Defizite. Es gibt nur Feedback.
 
Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes.
 
Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion, die du erhältst.
 
Mehrere Wahlmöglichkeiten sind besser.
 
Alle Unterscheidungen, die Menschen in Bezug auf unsere Umwelt und unser Verhalten machen können, sind brauchbar durch die visuellen, auditiven, kinästhetischen, olfaktorischen und gustatorischen Sinne darstellbar.

Die fünf Wahrnehmungskanäle (VAKOG)

Es gibt die folgenden fünf Sinne bzw. Wahrnehmungskanäle, mit denen das Gehirn arbeitet:
Visuell – sehen
Auditiv – hören
Kinästhetisch – fühlen
Olfaktorisch – riechen
Gustatorisch – schmecken
 
Das Kürzel VAKOG kann dabei als Merkhilfe dienen. In NLP werden diese Wahrnehmungskanäle als Modalitäten oder Repräsentationen bezeichnet.
 
Im Unterbewusstsein sind die Repräsentationen gleich stark ausgeprägt. Im Bewusstsein werden die Visuellen, Auditiven und Kinästhetischen Repräsentationen bevorzugt.
 
Wie man sich ausdrückt wird vorrangig durch die bevorzugten Wahrnehmungskanäle bestimmt. Häufig wird ein Wahrnehmungskanal bevorzugt, aber es können auch mehrere Wahrnehmungskanäle eine bevorzugte Rolle spielen.
 
Ein Mensch mit dem visuellen als bevorzugten Wahrnehmungskanal würde z.B. sagen: „Das sehe ich auch so“, „das sieht prima aus“. Das Bild ist farbig und groß.
Wenn der auditive Wahrnehmungskanal der bevorzugte wäre, würde der Mensch sagen „das hört sich gut an“, „das klingt gut“. Es gibt schöne Töne dazu.
Wenn der kinästhetische Wahrnehmungskanal der bevorzugte wäre, würde der Mensch sagen „das fühlt sich gut an“, „das liegt mir schwer im Magen“.

Worte, die auf den visuellen Wahrnehmungskanal hinweisen sind sehen, schauen, beobachten, erscheinen, zeigen, dämmern, enthüllen, erkennen, erleuchten, blinzeln, klar, verschwommen, deutlich, neblig, funkelnd, kristallklar, aufblitzen, vorstellen.

Worte, die auf den auditiven Wahrnehmungskanal hinweisen sind hören, lauschen, tönen, Musik machen, harmonisieren, einstellenm ausstellen, ganz Ohr sein, anklingen, schweigen, gehört werden, widerhallen, taub, Dissonanz, einstimmen, Unterton,  überhüren, Frage.

Worte, die auf den kinästhetischen Wahrnehmungskanal hinweisen sind fühlen, berühren, begreifen, einfangen, durchschlüpfen, festhalten, einfühlen, Kontakt herstellen, rauswerfen, umdrehen, hart, gefühllos, bestimmt, kratzen, unbeweglich, in den Griff bekommen, fest, leiden.

Mein persönlicher Hauptwahrnehmungskanal, mein bevorzugter Sinn, ist kinästhetisch also fühlen. Ich schreibe gerne mit der Hand. Mit der Hand schreiben ist kinästhetisch. Oder wenn ich sage: „Ich fahre zum Wald und gehe im Wald spazieren“. Das ist kinästhetisch.


Submodalitäten

Zu den einzelnen Modalitäten (Wahrnehmungskanälen) gibt es Submodalitäten.

Die Submodalitäten sind die nächst kleineren Bausteine des subjektiven Erlebens.

Hier nenne ich mögliche Submodalitäten:

Submodalitäten von Visuell sind: Film oder Standbild, panoramisch oder begrenzt, farbig oder schwarzweiß, hell oder dunkel, Helligkeit, scharf oder verschwommen, die Größe des Bildes (Lebensgröße, größer oder kleiner als lebensgroß, klein oder groß, assoziiert oder dissoziiert (Wenn ich mich in einer Szene in meinem Körper sehe, dann ist das assoziiert. Wenn ich die Szene von außen sehe, dann ist das dissoziiert.), die Größe der zentralen Gegenstände, ist der Betrachter innerhalb oder außerhalb des Bildes, die Entfernung des Bildes vom Betrachter, die Entfernung des zentralen Gegenstandes vom Betrachter, die Intensität der Farbe (oder der Schwarzweißzeichnung), Kontraste, Bewegung (wenn ja, schnell oder langsam), Fokus, Perspektive, die Zahl der Bilder (in welcher Reihenfolge), der Ort.

Submodalitäten von Auditiv sind: Lautstärke, laut oder leise, stumm, Rhythmus (regelmäßig oder unregelmäßig), Modulation (betonte Wörter? Wenn ja, wie betont?), Tempo, Pausen, Tonart, Einheitlichkeit des Tons (rau, weich), Tonquelle (in Bewegung oder Statisch).

Submodalitäten von Kinästhetisch sind Temperatur, Beschaffenheit des Objektes, Vibration, Druck, Bewegung, Dauer, gleichmäßig oder mit Unterbrechungen, Intensität, Gewicht, Dichte, Prickeln, heiß – kalt, Muskenanspannung, stechend oder stumpf, aus dem Bauch heraus, in den Bauch hinein.
 
Submodalitäten von Olfaktorisch sind z.B. Riechst du was? Riecht es gut? Riecht es schlecht?
 
Submodalitäten von Gustatorisch sind z.B. Schmeckst du was?
 
Mit den Submodalitäten kann ich die Filme, Bilder und Töne in meinem Kopf steuern.
Ich kann mir eine Szene als Film in wunderschönen Farben vorstellen und mich in der Szene assoziiert, ich bin in meinem Körper, erleben. Ich kann mir eine Szene auch in Schwarzweiß und als Standbild vorstellen und mich davon dissoziieren, also die Szene von außen betrachten. Das funktioniert in ganz vielen Situationen. Je nachdem wie ich mir eine Szene vorstelle, ändern sich die Emotionen und Gefühle in mir. Auch mit den Tönen kann ich spielen. Ich kann sie lauter oder leiser, höher oder tiefer machen oder den Ton ganz weglassen.

Das NLP Metamodell der Sprache 

Das Metamodell der Sprache ist ein zentrales Element im Modell des NLP. Noam Chomsky entwickelte die Transformationsgrammatik, diese bildet die Grundlage des NLP-Meta-Modells. Wie verarbeitet mein Gehirn Informationen.
 
Im Metamodell der Sprache gibt es die Oberflächenstruktur und die Tiefenstruktur.
Die Oberflächenstruktur ist, dass, was wir sprachlich fassen. Das was wörtlich gesagt wird oder das, was man liest.
 
Die Tiefenstruktur (=Bedeutung), ist ein Modell der Welt, alles was im Gehirn gespeichert ist. Bilder, Videos, Filme, Geräusche, was jemand gehört oder gesprochen hat, Gefühle, Gerüche, usw.
 
Beim Übergang von der Oberflächenstruktur zur Tiefenstruktur und umgekehrt finden eine Reihe von Prozessen statt. Wir verallgemeinern, verzerren und entfernen.
 
Alle Informationen, die unser Unterbewusstsein wahrnimmt, also dass was es in der Außenwelt gibt, geht durch einen Filter. Wie dieser Filter funktioniert erklärt das Modell der Transformationsgrammatik das Metamodell der Sprache.
 
Dieser Filter besteht aus Generalisierung, Verzerrung und Tilgung.
 
Generalisierung bedeutet Verallgemeinern, z.B. das ganze Wochenende war schön und das stimmt dann so gar nicht. Ich abstrahiere und generalisiere die Detailinformationen.
 
Tilgung bedeutet Weglassen von Informationen.
 
Verzerrung bedeutet die Informationen anders darstellen, Informationen fehlen oder werden nicht korrekt dargestellt.
 
Diese drei Filter sorgen dafür, dass wir kommunizieren können.
 
Beim Kommunizieren hat jeder seine eigene Tiefenstruktur. Und deshalb redet der eine (=Oberflächenstruktur) und stellt sich dabei was aus seiner Welt (=Tiefenstruktur) vor, der andere hört ihm zu nimmt einen Satz (=Oberflächenstruktur) wahr und gibt ihm Bedeutung, indem er sich dabei was aus seiner Tiefenstruktur vorstellt. Dadurch kann man erklären, dass man sich manchmal nicht so gut versteht.
 
Im NLP geht es darum sich die Tiefenstruktur von jemanden anzuschauen. Das Modell der Welt von jemanden anzuschauen.
 
Das Metamodell hilft dem NLP Anwender in der Kommunikation mit anderen Menschen die richtigen Informationen zu erhalten.
 
Auf der Grundlage des Metamodells kann durch bestimmte Fragen die subjektive Wirklichkeit des anderen erkundet werden und dadurch die Kommunikation klarer und eindeutiger werden.

Zielformulierung im NLP

Durch die Anwendung von NLP kann ich meine Denkweisen und Verhaltensmuster ändern.
Das geht gut durch die Formulierung von Zielen. Ich setze mir gerne Ziele. Dabei achte ich dann auf die folgenden Dinge:
 
Das Ziel Positiv zu formulieren.
Das Ziel in allen Wahrnehmungskanälen (VAKOG) sinnlich konkret beschreiben. Das was ich sehe, höre, fühle, rieche und schmecke.
Ich stelle mir das Endergebnis in allen Sinnen vor und bade sozusagen darin.
Ich formuliere woran ich merke, dass ich das Ziel erreicht habe. Was ist dann anders, wenn ich das Ziel erreicht habe?
Ich verwende für die Zielbeschreibung keine Modaloperatoren. Modaloperatoren sind Worte wie müsste, können, würde, brauchen, wollen, sollen, mögen, könnte, wollte, sollte.
Ich beschreibe das Ziel in der Gegenwart. So als ob ich es schon erreicht habe.
Das Ziel muss durch mich selbst, also dass was ich mache und tue, erreichbar sein.

Meinung, Anregungen und Kritik