Sparen durch elektrische Motorvorwärmung im Auto (LPG-Betrieb)
Erfahrungsbericht zur Kaltstartvermeidung, Verschleißminderung und Kraftstoffeinsparung
13. Dezember 2022
Im November 2022 wurde in einen auf Autogas (LPG) umgerüsteten Mercedes-Benz E500 (Baureihe W211) eine elektrische Motorvorwärmung integriert. Zum Einsatz kamen ein spezifisches Motorvorwärmelement (DEFA 411448) sowie das zugehörige DEFA-Anschluss-Set (5 Meter Kabellänge) aus dem Fachhandel.
Durch den Einsatz einer elektrischen Motorvorwärmung lassen sich schädliche Kaltstarts des Triebwerks effektiv vermeiden, was zu einer spürbaren Minderung des Motorverschleißes beiträgt. Da das System den Motor bereits vor dem eigentlichen Start temperiert, erreicht dieser wesentlich schneller seine optimale Betriebstemperatur, wodurch in der Startphase Kraftstoff eingespart wird. Ein wesentlicher wirtschaftlicher Vorteil bei LPG-Fahrzeugen: Der vorgewärmte Motor schaltet deutlich schneller vom Benzinbetrieb auf den deutlich günstigeren Autogasbetrieb um.
Achtung: In diesem Artikel wird ausschließlich der persönliche Ablauf beim Einbau und der Nutzung der Motorvorwärmung dokumentiert. Dies ist ausdrücklich keine Anleitung zum Einbau von elektrischen Heizelementen oder zum Eingriff in das Kühlsystem von Kraftfahrzeugen. Arbeiten an der Fahrzeug-Elektrik und an 230V-Komponenten erfordern fundierte Fachkenntnisse, da Fehler zu Bränden, schweren Sachschäden oder lebensgefährlichen Stromschlägen führen können.
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Funktionsweise des Systems
Die elektrische Motorvorwärmung arbeitet nach dem Prinzip eines klassischen Tauchsieders. Das kompakt im Kühlkreislauf integrierte Heizelement erwärmt das im Motorblock befindliche Kühlwasser. Durch die physikalische Thermosiphon-Zirkulation (warmes Wasser steigt nach oben) wird der gesamte Motorblock gleichmäßig durchwärmt.
Für den Betrieb wird ein haushaltsüblicher 230V-Netzanschluss am Stellplatz des Fahrzeugs benötigt. Da das Fahrzeug über Nacht direkt am Haus parkt, lässt sich die Stromversorgung komfortabel über eine geschützte Außensteckdose realisieren.
Einbau der Komponenten in das Fahrzeug
Der Einbau der Systemkomponenten erfolgte strikt unter Beachtung der herstellerspezifischen Montageanleitung:
- Integration in den Kühlkreislauf: Für die Platzierung des Heizelements wurde der untere Kühlerschlauch des Fahrzeugs demontiert, an der vorgesehenen Stelle fachgerecht getrennt und präzise gekürzt. Nach dem Einsetzen und sicheren Fixieren des Motorwärmers wurde der modifizierte Schlauch wieder in das Kühlsystem integriert. Bei diesem Arbeitsschritt ist auf absolute Dichtigkeit und den korrekten Sitz aller Schlauchschellen zu achten, um einen späteren Kühlmittelverlust im Fahrbetrieb auszuschließen.
- Montage des Anschluss-Sets: Die gepanzerte 230V-Einspeisesteckung (MiniPlug) wurde unauffällig und fest vorne rechts in die Stoßstange integriert. Von dort aus wurde das gepanzerte Verbindungskabel scheuerfrei im Motorraum bis zum Heizelement verlegt. Bei der Installation von 230V-Leitungen im Kfz-Bereich muss eine fachgerechte Isolation sowie die herstellerseitig vorgeschriebene Schutzleiterverbindung (Erdung) zur Fahrzeugkarosserie penibel umgesetzt werden, um Gehäuseschlüsse zu verhindern.
Sichere Anwendung in der Praxis
- Kabelverbindung herstellen: Nach dem Abstellen des Fahrzeugs wird die Verbindung zwischen der Fahrzeug-Steckverbindung und der Außensteckdose über das spezielle, grüne DEFA-Anschlusskabel hergestellt.
- Elektrische Absicherung: Die genutzte Außensteckdose muss zwingend über einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter / RCD) in der Hausinstallation abgesichert sein, um Unfälle bei Feuchtigkeit, Schnee oder Regen auszuschließen.
- Vorwärmprozess: Die Aktivierung der Stromversorgung erfolgt bedarfsgerecht vor dem geplanten Fahrtantritt. Bei sinkenden Außentemperaturen unter den Gefrierpunkt verlängert sich die benötigte Vorwärmzeit entsprechend. Zur Automatisierung des Heizvorgangs empfiehlt sich der Einsatz einer zuverlässigen Zeitschaltuhr.
- Fahrtvorbereitung: Direkt vor dem Motorstart wird die Stromversorgung der Außensteckdose abgeschaltet. Erst danach wird das Zuleitungskabel am Fahrzeug getrennt, aufgerollt und sicher im Kofferraum verstaut. Das Fahrzeug ist nun betriebsbereit und startet ohne verschleißintensiven Kaltstart.
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